Es ist nun offiziell. Ab 2028 endet die Beleihung des DSV und des DMYV durch das Verkehrsministerium für die Prüfung für den Sportbootführerschein. Die Diskussion darüber ist in vielen Medien nachzulesen und die Einlassungen der Verbände ebenfalls. Ich spare mir daher die Wiederholung der Diskussion. Ich beschränke mich daher in diesem Beitrag auf den Einfluss der Entscheidung auf Sportbootschulen, Wassersport-Interessenten und meine persönliche Meinung.
Dann brauche ich ja jetzt keinen Führerschein mehr
Diese Vermutung ist grundsätzlich falsch. Es gilt nach wie vor die Führerscheinpflicht ab 11,03 KW (15PS). Ebenfalls soll der Sportbootführerschein dem ICC entsprechen. Kurz gesagt: Der Inhaber des Sportbootführerscheins ist damit international berechtigt, am Wassersport teilzunehmen. Auch die zu prüfenden Inhalte sollen vom Verkehrsministerium vorgegeben werden. Verbände, die die sogenannten Verbandsführerscheine ausstellen wollen, müssen durch das Ministerium anerkannt werden. Eine Verordnung, die die Inhalte regelt ist aktuell noch in Arbeit. Neben dem DSV und dem DMYV werden wohl mindestens der VDS (Verband Deutscher Sportbootschulen) und der VDWS (Verband Deutscher Wassersportschulen) an der Anerkennung interessiert sein.
Wird jetzt alles billiger
Das könnte sein, denn Angebot und Nachfrage regelt den Preis und die Preiskonkurrenz. Ob sich das generell auf die Prüfungsgebühren auswirkt, wird sich zeigen. Generell erfordert jedoch der Einsatz von Prüfern und die Bereitstellung der Prüfungsinfrastruktur auch eine entsprechende finanzielle Ausstattung. Die Gebühren werden sich also wahrscheinlich nicht allzu groß unterscheiden.
Und die Kurse? Bei den Sportbootschulen herrscht auch so schon ein großer Preiskampf und Preisdruck. Sportbootschulen schließen sich jedoch auch gern einem oder mehrern Verbänden an. Ob das auch zu anderen Preisen führt, wird sich zeigen. Für die Kunden wird das alles aber auch nicht einfacher.
Ich bleibe meinem Weg treu. Meine Teilnehmer haben mich immer darin bestätigt.
Ich persönlich schätze den DSV sehr. Manche Strukturen könnten sicherlich eine Frischzellenkur vertragen. Aber wer mal das DHH (Deutscher Hochseesportverband Hansa) besucht und die Leistungen des DSV beobachtet hat, erkennt schnell die Qualität. Ich habe beim DSV immer sehr geschätzt, dass auch die Seemannschaft immer eine konstante Rolle spielt. Ich versuche daher schon beim Sportbootführerschein in Theorie und Praxis Impulse zu setzen.
Der Sportbootführerschein ist auch nur der Anfang. Für diejenigen, die auch mit einer Yacht und einer Crew unterwegs sein wollen, ist der Seeküstenschifferschein ein muss.
Ich bin mit meiner Zuordnung zum DSV zufrieden. Ob der Schritt des Verkehrsministeriums in die richtige Richtung führt, muss sich noch zeigen. Ich hoffe, dass es nicht zu weiteren Verunsicherungen führt.
Solltest Du Fragen haben, so stehe ich jederzeit gern zur Verfügung. Schreiben gern eine Nachricht über das Kontaktformular. Ich freue mich auf eine Rückmeldung.



